IFA: Großer Mixed Reality Überblick. Alle Brillen angetestet

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IFA: Großer Mixed Reality Überblick. Alle Brillen angetestet

Ich war die letzten Tage fleißig auf der IFA in Berlin unterwegs und habe für euch alle dort verfügbaren Mixed Reality Brillen der einzelnen Hersteller getestet. Das wichtigste zuerst : Die Technik ist überall dieselbe. Nur in Design, Gewicht und Tragekomfort unterscheiden sich die Brillen von Acer, HP, Lenovo, Dell und Asus.

 

Virtual Reality ist schon seit längerem ein Begriff. Seit einiger Zeit gibt es dann noch die Augmented Reality (z.B. Microsoft Hololens) und – seit kurzem durch Microsoft in den Mittelpunkt gerückt – die Mixed Reality.
Doch was steckt eigentlich hinter der Mixed Reality? Wie kann man die Technik nutzen und welche Vorteile bringt sie? Welche Brillen gibt es und was kosten Diese?Antworten auf all diese Fragen erhaltet ihr im folgenden Text.

Microsoft Mixed Reality – was ist das überhaupt?

Microsoft hat den Begriff Mixed Reality bzw. Augmented Reality im Zusammenhang mit seiner Hololens Brille in den Mittelpunkt und in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Doch was steckt überhaut hinter dem Begriff? Bei der Mixed Reality handelt es sich – wie der Name schon sagt um eine gemischte Realität. Virtuelle und reale Welt werden miteinander verknüpft.

Werfen wir einen Blick auf die virtuelle Realität, dann haben wir eine künstliche Welt mit digitalen Objekten. Die reale Welt ist hier völlig ausgeschlossen und spielt keine Rolle. Seit einiger Zeit gibt es dann noch den Begriff Augmented Reality. Sie ist vergleichbar mit der Mixed Reality. Im Gegensatz zur Virtual Reality wird
bei der Augmented Reality die digitale Welt mit der realen Welt vermischt. Das bedeutet, dass der Nutzer zum Beispiel sein Wohnzimmer ganz normal durch die Brille sieht. In diese reale Welt werden dann Objekte aus der virtuellen Welt eingeblendet.
Das können zum Beispiel Figuren sein, aber auch Dinge wie die Anzeige eines Computer Displays oder ein Chat Programm. In den meisten Fällen können die Objekte aus beiden Welten jedoch nicht miteinander interagieren.

Das soll sich mit der Mixed Reality ändern. Es soll eine echte Mischwelt aus der virtuellen und der echten Realität geschaffen werden. Auf den ersten Blick ist die Mixed Reality nichts anderes, als die Augmented Reality. In Mixed Reality können die virtuellen Objekte jedoch mit der realen Welt interagieren. Ein Monster in einem Spiel kann zum Beispiel den Eindruck erwecken, eine Tür in der echten Welt zu öffnen und zu passieren.

So zumindest in der Theorie. Diese „Verschmelzung“ findet aber bis dato bzw. zum Release der Mixed Reality Brillen nicht statt. Bei den vorgestellten Headsets handelt es sich, wie von Rift und Vive bekannt, um Virtual Reality Brillen.

„Windows Mixed Reality“ ist einzig der Name der von Windows bereitgestellten Software Platform. Die Geräte der Partner beherrschen lediglich die „Virtual Reality“ und sind momentan nicht dazu in der Lage, die digitale und reale Welt miteinander zu verbinden.

Ich denke das Microsoft hier eine Platform schaffen will die in Zukunft Mixed Reality und Augmented Reality Hardware und Erfahrungen zusammen fassen will, um diese unter dem Dach “ Windows Mixed Reality“ zu vermarkten.

Was wird für die Mixed Reality benötigt? 

Damit die Windows Mixed Reality Platform genutzt werden kann braucht ihr folgendes Equipment.
Zum einen wird hier eine der Mixed Reality Brillen der Microsoft Partner benötigt. Darüber hinaus werden die Microsoft MR Controller benötigt, die es ermöglichen, über die Brille mit der virtuellen Welt zu interagieren. Darüber hinaus gibt es keine besonderen Anforderungen an die Mixed Reality. Zur Verwendung wird jedoch ein leistungsstarker Computer mit Windows 10 und dem am 17. Oktober erscheinenden Creators Update benötigt.

Einige Hersteller bieten hier Bundles an, in denen Brille und Controller zusammen geliefert werden.

Tracking, Controller und Co. 

Im Grunde braucht man zum nutzen der MR Platform nur eine MR Brille und die dazugehörigen Controller von Microsoft. So müssen keine externen Kameras oder Sensoren installiert und/oder an die Wand geschraubt werden, wie es bei der Rift oder Vive der Fall ist.

Wie funktioniert das ? In die Headsets wurden zwei Kameras eingebaut, welche das Tracking der Controller übernehmen. Solange diese im Sichtfeld der Kameras sind, funktioniert das Tracking auch wunderbar. Doch sobald man das Sichtfeld der Kamera verlässt, wird automatisch über die Sensoren in den Controller getrackt. Das Tracking an sich macht keinerlei Probleme, doch beim „switchen“ der Trackingmethoden treten kurze aber starke Verzögerungen auf. Laut einem Microsoft Mitarbeiter ist dies aber lediglich ein Software Problem und soll zum Release tadellos funktionieren.

Als Controller dient den Mixed Reality Brillen ein sogenannter 6DoF Controller. 6DoF steht für six degrees of Freedom, also für sechs Grad Freiheit. Der Begriff bezieht sich auf die sechs Achsen, die mit dem Controller angesprochen werden können.

Die auf der Messe nutzbaren Controller waren alle per Kabel mit dem PC verbunden. Dies soll aber an der Messe Umgebung gelegen haben. Zum Release werden die Controller über Bluetooth mit dem PC verbunden, sodass nur das Headset über ein vier Meter langes Kabel mit dem PC per USB 3.0 und HDMI verbunden werden muss.

Die Verbindung über Bluetooth ist keine schlechte Idee, fraglich ist jedoch ob dies im Betrieb nachher auch tadellos läuft. Störfaktoren durch aktiviertes Bluetooth in Smartphones, externen Boxen, DAB Radios etc. könnten in einigen Wohnzimmern zu Problemen führen.

Die Mixed Reality Brillen – eine Übersicht

Einige Hersteller haben bereits angekündigt, Mixed Reality Brillen auf den Markt zu bringen. Diese sind:

* Lenovo Windows Mixed Reality Brille
* Acer Mixed Reality Set ( +Bundle)
* HP Windows Mixed Reality Headset
* Dell Mixed Reality Brille ( +Bundle)
* Asus Mixed Reality (2018)

Die Brillen unterscheiden sich je nach Modell und Hersteller im Aussehen. Hardware und Funktionsweise sind jedoch bei allen Gerät gleich. Hier gibt es kaum Unterschiede.

Die Headsets verfügen über zwei 3 Zoll LCD-Displays, die mit jeweils 1.440 x 1.440 Pixel pro Auge auflösen und bis zu 90 Bilder pro Sekunde darstellen.
Die Auflösung ist also minimal höher  als bei der Konkurrenz von HTC und Oculus (1.080 x 1.200 Pixel pro Auge). Dafür ist das Sichtfeld leider etwas schmaler (95 Grad), was in einem leichten Tunneleffekt resultiert.

 

Die Acer Mixed Reality Brille

Die Acer Mixed Reality Brille ist ziemlich leicht. Nichts drückt auf Nase und Ohren.  Insgesamt ist die Belastung auf dem Kopf deutlich angenehmer als bei Rift und Vive. Das geringere Gewicht gegenüber der Oculus Rift mit 470 Gramm und der Vive mit 600 Gramm ist merklich spürbar.
Wie die anderen Mixed Reality Brillen lässt sich Acer’s Brille einfach hochklappen. Für kurze Spielpausen eine feine Sache.

Das Design gefällt mir persönlich nicht so gut. Das blaue Plastik, die Form und das schmale Kopfband lassen die Brille wie ein Spielzeug wirken. Die Verarbeitung scheint auch nicht so gut wie bei den Brillen der Konkurrenz. Dafür bietet Acer mit seiner MR Brille den kostengünstigsten Einstieg in die Welt von Mixed Reality.

Gewicht :  ca. 400 Gramm

Release : November/Dezember 2017

Preis : 299$ ; (399$ mit Controllern)

HP Mixed Reality Headset

 

Elegant und schick sieht das HP Mixed Reality Headset aus. Es erinnert auf den ersten Blick ein wenig an den Visor von Geordi La Foge aus Star Trek.
Die Verarbeitung und das Design gefallen mir sehr gut. Auch die Kopf Befestigung ist toll verarbeitet und passt sich perfekt der Kopfform an. Dazu dient wie bei Oculus Rift und dem Vive Head Strap ein kleines Rad auf der Rückseite des Kopfbandes.
Darüber hinaus verfügt die Brille über ein eigenes Mikrofon und kann somit theoretisch auch für Gespräche und Anrufe verwendet werden. Die Brille alleine kostet 329$. Im Bundle 449$.

Gewicht :  ca. 500 Gramm

Release : Oktober 2017

Preis : 299$ ; (399$ mit Controllern)

Lenovo Explorer

Auch Lenovo hat sich mit seiner Mixed Reality Brille dem Herstellerkreis der Geräte angeschlossen. Die Brille ähnelt im Design stark der Brille von HP und wirkt mindestens genauso elegant.

Gewicht :  380 Gramm

Release : Oktober 2017

Preis : unter 400€ 

Dell Visor

Dell Visor – so nennt der US-amerikanische Hersteller seine Mixed Reality Brille. Sie ist eine der ersten marktreifen Brillen, die öffentlich verfügbar sind und soll zum Release des Creators Update am 17. Oktober erscheinen. Zumindest in den USA. Beim Design setzt Dell auf ein weiß in Klavierlack Optik. Ganz ohne schnisck schnack und Ecken und Kanten. Das Dell Headset dürfte das schwerste der Mixed Reality Brillen sein, da dass Headset deutlich größer wirkt als z.B Acers Gegenstück.
Von den getesteten Headsets auf der IFA fühlte sich der Dell Visor, rein subjektiv, am wertigsten, aber auch am auffäligsten und schwersten an.
Dell möchte mit Tragekomfort gegenüber der Konkurrenz punkten: So ist etwa der Kopfring gepolstert und so ausbalanciert, dass er das Gewicht der Visor gefühlt reduziert. Für Brillenträger lässt sich das Dell Headset empfehlen, da der Freiraum zwischen Augen und Linsen merklich größer ist.

Gewicht :  ca. 500 Gramm

Release : 17.10. (USA) ; EU später

Preis : 349€ (+99€ Controller)

 

Von | 2017-09-05T17:40:48+00:00 September 5th, 2017|News|0 Kommentare

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